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Paddler-Gilde Ludwigshafen 1933 e.V.

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15.05.2014

Osterfahrt zum Regen

Osterfahrt zum Regen
Wenig Wasser - trotzdem viel Spaß !

Eine Ausschreibung von Sabine erfolgte im Februar. Es sollte zum Regen, einem Fluss im Bayerischen Wald, gehen. Ausgesucht hatte sie den Campingplatz Schnitzmühle bei Viechtach. Offiziell war die Faht vom 18. bis zum 26. April ausgeschrieben. Die ersten waren schon eine Woche vorher dort, die meisten reisten am 17. bzw. 18 April an. Claus Peter berichtete, dass bei seiner Anreise am 18. April über Sankt Engelmar Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschten, dass es schneite und der Schnee schon teilweise liegen blieb. Insgesamt waren teilweise bis zu 19 Personen mit dabei, 15 die paddelten.


Die erste Nacht, so ließ er mich wissen, sei kalt und richtig ungemütlich gewesen. Dafür wurden wir am nächsten Morgen mit einem Blick aus der ersten Reihe auf Pferde und Kühe am anderen Flussufer entschädigt.

Vorgesehen war eigentlich die Strecke von unterhalb der Stadt Regen bis Teisnach mit dem "Bärenloch" in einer einsamen Waldschlucht zu befahren. Dort, der Schwarze Regen mit schneller Strömung und Felsen im Flussbett ( WW I - II )
Auf der Strecke von Teisnach nach Viechtach bis zum Campingplatz an der Schnitzmühle, hätte man dann die Schwallstrecke Altriegel noch paddeln können, ebenfalls ein kurzes Stück leichtes Wildwasser ( WW I - II )
Leider ging da nichts. Der Mindestpegel, mit Befahrung ohne Anlanden, sollte für das "Bärenloch" 55 cm betragen. Am Samstag lag der Pegel bei 49 cm.
Demnach wurde am Samstag vor Ostern auf die Strecke vom Campingplatz über den Höllensteinstausee zum Blaibachsee, ausgewichen.


Bei gutem Wetter startete wir, so berichtet Claus-Peter weiter, zu einer gemütlichen Fahrt mit einmal Umtragen am Wehr des Höllensteinsees. Am Ende des Höllensteinsee wurde gerastet. Auf der Weiterfahrt auf dem sich direkt anschließenden Blaibachsee kam immer stärker werdender Wind auf. Landschaftlich wunderschön liegt der Stausee in einem Waldgebiet, bekannt als "Bayerisch Kanada". Insgesamt 15 gepaddelte Kilometer die einem, durch das stehende Wasser und den starken Gegenwind verursacht, wie gefühlte 30 km vor kamen.



Umsetzstelle am Wehr zum Blaibachsee

Im Laufe des späten Nachmittags hatte sich das Wetter gebessert, der Wind war nach und nach eingeschlafen, so dass man gemeinsam den Abend auf dem Campingplatz genießen konnte.



Am Ostersonntag, dem 20. April, ging es dann vom Blaibachsee bis nach Chameregg bei Chammünster.
Etwa 500 m nach dem Wehr des Blaibachsees kommt von rechts der Weiße Regen hinzu. Das bedeutet für unsere Paddlerinnen und Paddler einfach mehr Wasser. Der Fluss heißt ab hier Regen. Ab Hier beginnt der
Regen-Wasserwanderweg.
Das Wetter war gut. Es folgte eine abwechslungsreiche Strecke mit einer Schwallstrecke bei Urleiten und einer lang gezogenen Bootsgasse bei der Mühle in Chamerau.





Pünktlich, wie auf Bestellung, setzte dann zur Mittagspause von oben Regen ein. Was soll eigentlich eine Regenfahrt ohne Regen? Wo doch der Regen eh so wenig Wasser hatte. Es konnte also nur noch besser werden. Zunächst wurde die Pause unter der schützenden Straßenbrücke in Chamerau verbracht. Der Regen wurde heftiger, so dass ein nahe gelegenen Biergarten aufgesucht werden musste. Schließlich goss es wie aus Kübeln. Nach etwa einer Stunde hörte es auf und wir konnten die Fahrt fortsetzen. Der Regen mäandriert mächtig auf den letzten 7 Kilometern in der nun von uns durchpaddelten Talaue.

Nach diesem Paddeltag verlief alles, wie es so schön heißt, in "geregelten" Bahnen

Der Ostermontag war als Ruhetag vorgesehen. Und das glaubten auch einige unserer Paddler. Aber nur so lange bis Harald K. auf die glorreiche Idee kam zum nahen Nussberg zu wandern. Claus- Peter fährt in seinem Bericht wie folg fort: Nach mehreren steilen Anstiegen erreichten wir die Burgschänke. Mit lokalen Spezialitäten wurden Hunger und Durst gestillt.





Unser Rückweg, so schrieb Claus-Peter, verlief unten im Tal angekommen, entlang des Schwarzen Regens. Dort liegen auch die Gleise der Regen-Wander-Bahn. Diese Bahn verkehrt allerdings nur an Wochenenden in der Saison ab Mitte Mai bis September. Als wir unseren Campingplatz wieder erreicht hatten, hatten wir immerhin 15 km und diese mal fast ausnahmsweise zu Fuß zurück gelegt.

Dienstag, den 22. April. Da der Wasserstand am Schwarzen Regen immer noch weiter sank war an eine Befahrung oberhalb aus Naturschutzgründen nicht zu denken. Demnach wurde nochmals auf den Regen unterhalb des Blaibachsees ausgewichen. Die Bootsgasse in Chamerau hatte es allen mehr oder weniger angetan. Die Bootsgasse wurde von unseren Jugendlichen und von den jung gebliebenen mehrmals befahren. Dass man dabei auch nass wurde spielte keine große Rolle bei den sommerlichen Temperaturen des Tages.




Auf das Paddeln der letzten Teilstrecke bis Chameregg wurde verzichtet. Wohlweislich hatten wir die benötigten PKW´s schon am Morgen bei der Kirche in Chamerau abgestellt





Am Abend wurde dann nochmals gemeinsam gegrillt. Es ist nur eine Frage der Absprache und schon klappt es. Immer nach dem Motto von Raiffeisen: "Alleine geht´s, gemeinsam geht´s besser!"



Am Mittwoch war der Pegel der Chamb, eines rechten Nebenflusses des Regens, auf 108 cm gestiegen, so dass wir diesen kleineren Fluss ab Furth im Wald befahren konnten. Unsere Einsetzstelle lag bei der Brücke im Ortsteil Wutzmühle. Das Flüsschen mäandriert stark, hat einige Baum und Strauchhindernisse und zusätzlich 5 Mühlenwehre, die alle umtragen werden mussten. Das Umtragen kostet mit einer größeren Gruppe sehr viel Zeit vor allen Dingen, wenn man weniger erfahrene Leute dabei hat und zusammen bleiben möchte.


Baumhindernisse ergeben sich daraus, dass die hier wieder heimischen Biber ihre Burgen bauen. Manchmal geht es schnell bis so ein Baum im Wasser liegt, manchmal dauert es halt mal etwas länger, so wie hier auf dem nächsten Foto zu sehen ist.


Eine abwechslungsreiche Fahrt bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen. Wir fuhren die Chamb bis zu ihrer Mündung in den Regen wo wir kurz darauf auch das Bootshaus des Kanu Club "Graf Luckner" in Cham erreichten. Da die 21 km auf der Chamb doch relativ anstrengend waren kamen wir nicht drum herum hier mit einem landesüblichen isotonischen Getränk unseren Mineral- und Spurenelementenhaushalt wieder in Ordnung zu bringen.

Wen´s Interessiert: Felix Graf von Luckner ist nicht in Cham geboren, wie im Wanderführer Bayern berichtet. Geboren wurde er am 9. Juni 1881 in Dresden ( damals Königreich Sachsen). Gestorben ist er am 13. April 1966 in Malmö (Schweden)


Um halb sechs ist in Cham die Welt noch in Ordnung.

Am Donnerstag folgte dann ein echter Ruhetag. Jeder verbrachte den Tag so wie er wollte. Einige machten einen Ausflug nach Regensburg, andere fuhren zum Shoppen in die nahe gelegene Tschechische Republik
oder in die Glasmanufakturen von Zwiesel. Wiederum andere verbrachten den Ruhetag auch als solchen auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz.




Einen letzten gemeinsamen Tag verbrachten wir mit einer Fahrt zum Großen Arber und zum Arbersee. Letzte Schneereste waren auf 1.456 Metern noch anzutreffen.


Zunächst hatten wir noch etwas Sonne, berichtet Claus-Peter, es reichte gerade noch um den Gipfel zu erstürmen, dann zog sich der Himmel komplett zu.


Damit war dann unsere "Regen-Tour" zu Ende. Am nächsten Tag, am Samstag traten dann auch die letzen unserer Truppe die Heimreise an. Alle, die an dieser Fahrt teilgenommen hatten, wollen nochmals zum Schwarzen Regen kommen. Vielleicht klappt es dann besser mit dem "Bärenloch" und dem "Altriegel"?


Ein Dankeschön an Sabine und ihre "rechte Hand" für die Fahrtenplanung, Organisation und Durchführung dieser Fahrt!



Bildauswahl und Text: Manfred Hofmann
Fotos: Buchheister Frank, Harald Kempf, Claus-Peter Voelcker
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