"> Paddler-Gilde Ludwigshafen 1933 e.V. - Rückblick - Frankreich 2013 - Vereinsfahrt
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Frankreich 2013 - Vereinsfahrt

  Frankreich 2013  - Vereinsfahrt
"Ente" gut - fast alles gut!

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch in diesem Jahr wiederum eine Fahrt rund um und durch das Massiv Central ausgeschrieben. Zu neunt waren wir unterwegs. Geplant waren insgesamt 3-4 Wochen auf den verschiedensten Flüssen zu paddeln. Doch es kam etwas anders als vorgesehen. Davon aber mehr im weiteren Text. Wir, das heißt Gertrud, Nils, Thomas und ich als Fahrtenleiter waren bereits am Freitag dem 5. Juli nach Petit Noir am Doubs angereist. Dort wollten wir uns vorab mal den Ort Chateau-Chalon sowie die Abtei Baume les Messieurs und den Cirque de Baume mit der Seille-Quelle ansehen. Eine Halbtagstour in den Jura die sich wirklich lohnt.


Chateau- Chalon


Abtei Baume les Messieurs

Von Baume les Messieurs aus fuhren wir dann die 2 Kilometer in die Schlucht der Seille, zum Cirque de Baume mit der imposanten Sinterquelle.

Seille-Quelle im Cirque de Baume

Dann fuhren wir nach Baume les Messieurs zurück und über halsbrecherische Serpentinen hoch zum Aussichtspunkt Les Roches de Baumes, von wo aus man einen fantastischen Ausblick über die Jura-Schlucht genießen kann.


Am Nachmittag trafen dann auch unsere Mitpaddler Sabine, Ute, Claus-Peter, Philipp und Wolfgang auf dem Campingplatz "Les Bords du Doubs" ein. Ein schöner weiträumiger privater Campingplatz, auf dem wir freundlichst aufgenommen wurden. Der Platz ist schattig und hat zwei Zugänge zum Fluss.


Am Sonntag ging es dann auf den Doubs. Der Oberlauf ist als mittleres bis schweres Wildwasser bekannt, der Unterlauf wird kaum befahren. Er hat jedoch auch seine Reize. Wir paddelten den von deutschen Paddlern äußerst selten befahrenen Unterlauf, vom Flugplatz Dole bei Tavaux bis Navilly. Nach dem letzten Wehr unterhalb von Chose (bei Dole) ist der Fluss ca. 60 km frei fliessend und weitestgehend naturbelassen.

Bei hervorragendem Wasserstand brauchten wir für unsere erste Etappe von Tavaux bis zum Campingplatz Petit Noir für 22 Kilometer knapp drei Stunden reine Fahrzeit. Das Wasser ist absolut klar, man kann fast immer bis auf den Grund sehen. Bei den Kiesbankschwällen sieht man so richtig, wie schnell man über Grund fährt. Die Steine scheinen nur so vorbei zu huschen. Auch unsere Jüngsten, Nils und Philipp hatten sogar in der Pause ihren Spass mit dem Fluss.


Am folgenden Tag ging es dann von Petit Noir nach Navilly, wiederum 22 km den Fluss hinunter. Wie bereits seit unserem ersten Urlaubstag bestes Paddelwetter mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen so um die 25 °.
Am Morgen stellten wir die beiden größeren Autos, jeweils 4 Boote fanden auf ihren Dachträgern Platz, nach Navilly vor. Dort nicht weit von der Aussetzstelle bei der Brücke befindet sich ein kleiner Parkplatz vor dem Schloss gegenüber einer Kfz-Werkstatt. Dort waren die Autos gut untergebracht. Trotz leicht erhöhten Wasserstandes konnten wir immer wieder geeignete Pausenplätze während unserer Fahrt finden.

Im Tal des Doubs wird eine intensive Weidewirtschaft betrieben. Die Rinder sind den ganzen Sommer über auf der Wiese. So kann es schon mal geschehen, dass einige Rindviecher uns mal ganz neugierig zusehen.
Hier sollte doch schon mal ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Meistens befindet sich auf der gegenüber liegenden Seite ein Prallhang, der locker bis zu 2 Metern an Höhe erreichen kann. Dort ist oft wegen gestrandeter Baumleichen ebenfalls Vorsicht geboten.

"Ein Schelm der Böses dabei denkt."

Am folgenden Tag, am Dienstag, verstellten wir schon an den unteren Allier, nach Chatel de Neuvre. Wir konnten uns auf den Etappenplätzen nicht all zu lange verweilen, da unser Hauptziel die Befahrung der Dordogne war und unsere jungen Kollegen, die noch im Berufsleben stehen, nur zwei Wochen Urlaub in Frankreich eingeplant hatten. Der Campingplatz in Chatel de Neuvre liegt am Rande des Naturschutzgebietes "Unterer Allier". Allerhand Auszeichnungen hat er schon im Bereich Umwelt und Naturschutz erhalten. Dass deshalb seine sanitären Einrichtungen, der Platz wurde im 2. Weltkrieg eingerichtet, auch noch in diesem Zustand verbleiben müssen, ist nicht ganz klar geworden. Der Zustand in Punkto Sauberkeit lies doch gewaltig zu wünschen übrig.
Trotzdem hatten wir auf dem Allier von Billy bis Chatel de Neuvre eine schöne Tagestour.




Auch hier am Allier, dem größten Nebenfluss der Loire, findet man immer wieder Stellen wo das letzte Hochwasser auf das Ufer eingewirkt hat.

Mit Sicherheit fuhr hier kein Trecker bei der Aussaat.


Auf alle Fälle, der untere Allier ein Fluss zum Genießen - wie auch immer.



Da nach unserer Paddeltour auf dem Allier keine sichtbare Verbesserung auf dem Platz zu erkennen war, brachen wir unseren Aufenthalt ich Chatel de Neuvre ab. Wir verzichteten auf eine weitere Fahrt bis Moulins und auch auf einen vorgesehenen Ruhetag. Dieser wird meistens von allen für Besichtigungen in der näheren Umgebung genutzt. Am nächsten Tag also, zwei Tage früher als geplant, zogen wir weiter.
Das 12 km entfernte Saint Pourcain war Etappenort bei der 100. Tour de France. Die Stadt stand deshalb als Startort der 14. Etappe ganz im Zeichen der Tour. Unser Weg zur Dordogne führte uns durch diese sehenswerte Stadt .






Auf unserem Weg zur Dordogne, dem Traumfluss vieler Wanderfahrer, durchquerten wir das Massiv Central auf der Autobahn um möglichst schnell nach Cazoules zu kommen. Futuristisch wirkend Brückenkonstruktionen halfen dabei die Fahrt durch die Auvergne wesentlich zu verkürzen.


An insgesamt fünf Tagen paddelten wir den, aus meiner Sicht schönsten Abschnitt der Dordogne, von Carennac bis Envaux. Insgesamt sind wir 93 Kilometer auf dem frei fließenden Fluss durch eine phantastische Landschaft gepaddelt. Unentwegte, die einen Ruhetag ausfallen ließen, schafften da immerhin 126 km
Die nun folgenden Aufnahmen zeigen unseren Dordognetrip in geographischer, chronologischer Reihenfolge.

Einsetzstelle an der Brücke D 20 ( Carennac )



Belvedère de Copeyre


Chateau Mirandol


Port de Gluges

Meyronne

Rocher St. Marie

Felsformation unterhalb Lacave

Claus-Peter in der "Unterwelt"


im Mündungsbereich eines unterirdischen Flusses


Chateau de la Treyne

Rouffillac

beliebter Pausenplatz vor Groleac, le Port

bei Turnac

Cingle de Montfort

Chateau Montfort

La Roque Gageac

Beynac et Cazenac


"Endstation" auf der Dordogne : Port d´ Envaux

Diese Fotos zeigen die Schönheiten dieser Flusslandschaft. Alle markanten Stellen, ob Festungen, Chateaus oder Eigenarten im Fels hier aufzuzeigen würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Sie sind deshalb nicht weniger sehenswert. Die Dordogne habe ich zum ersten Mal 1976 befahren und komme von Zeit zu Zeit immer mal wieder vorbei. Jedes mal konnte ich etwas Neues entdecken. Die Wanderstrecke der Dordogne habe ich bereits mehrmals komplett von Argentat bis Limeuil zur Mündung des Vézère befahren.

Dass wir Wanderfahrer nicht nur den Kopf zwischen die Schultern klemmen und nur das Wasser vor der Nase sehen, zeigen solche schönen Fahrten. Wir verbringen zumeist mehrere Tage auf einem Zeltplatz und fahren mit leeren Booten. Nichts gegen Gepäckfahrten, sie haben auch ihren Reiz. Das ist etwas für jüngere Leute oder für solche, die immer noch ihren Träumen von der großen grenzenlosen Freiheit nachhängen.
An den sogenannten Ruhetagen, an denen nicht gepaddelt wird, hat man bei Fahrten mit Standquartieren die Möglichkeit das Umland zu erkunden. Auch das haben wir getan.
Vom Doubs aus sind es nur knapp 50 km bis zu den Jura-Schluchten mit ihren mittelalterlichen Dörfern, Kirchen und Karstquellen. Ein großes Erlebnis für den der das noch nicht kennt.
Der untere Allier fließt durch die Bourgogne, eine kulturträchtige Landschaft mit vielen mittelalterlichen Dörfern, deren bekanntestes wohl Charroux ist.
An der mittleren Dordogne, in der Westabdachung des Zentralmassivs, weiß man nicht wohin man zuerst gehen soll. Zu den prähistorischen Stätten am Vézère, zu den steinzeitlichen Höhlenmalereien in der Grotte von Lascaux II, zu den Bastiden aus dem 100-jährigen Krieg, zu den Tropfsteinhöhlen und Schlünden, so wie zu dem von Padirac. Oder man bummelt einfach durch weltbekannte mittelalterliche Städte wie Sarlat la Canéda oder das auf der Anhöhe gelegen Martel mit seinen 9 Stadttürmen. Man kann sehen, da wird die Wahl zur Qual.
Viele der erwähnten Orte haben wir besucht. Jeder hat sich das angesehen wovon er glaubte es sei das Richtige für ihn. Fotos dieser sehenswerten Orte sind in beigefügten Links abgelegt.


Den Französischen National- Feiertag, den 14. Juli, verbrachten wir in Cazoules. Am Abend des 13. Juli war eine große Fete auf dem Camping Municipal de la Borgne angesagt. Vor der Rezeption wurden Sitzgarnituren aufgebaut. Ein Team aus mehreren Köchen bereitete ein großes Muschel-Essen vor.

Da gab es nicht nur Muscheln bis zum Abwinken, sondern auch Rotwein und Mineralwasser. Zum Nachtisch gab es dann auch noch Käse und Eis. Das alles zum Preis von 15.- € für Erwachsene bzw. 8.- € für Kinder.
Da hat die Gemeinde bestimmt ihr Schäflein dazu beigetragen ?
Kurz vor Mitternacht wurde dann noch ein recht ansehnliches Feuerwerk abgebrannt.
Man höre und staune, am folgenden Morgen war von der Fete nichts mehr zu sehen.


Dass der Tourismus in der einstmals einer der ärmsten Gegenden Frankreichs heute eine große Rolle spielt, geht auch daraus hervor, dass bereits zwei Tage nach dem Nationl-Feiertag Produkte aus dem Land vorgestellt und während einer Fete zum Kauf und/oder zum sofortigen Verzehr angeboten wurden. Auch hier wurden am Nachmittag bereits von den Rentnern der Gemeinde Tische und Bänke, diesmal vor dem Campingplatz-Gelände, aufgebaut. Am Abend gab es dann so allerlei was das Land hergibt oder was vor Ort produziert wird. Da wurden frische Crepes mit diversen Füllungen angeboten. Da standen zwei Metzgereien nebeneinander. Alles was sich von Gans oder Ente als Steak oder auf dem Spieß grillen lies gab es hier. Natürlich auch die "Spezialitäten" von diesen gemästeten Vögeln. Sogar richtig fett aussehende Würste aus Gänsefleisch wurden angeboten. Der ortsansässige Bäcker war mit Walnussbrot ebenso vertreten wie der Müller mit seinem Walnussöl aus einer uralten Ölmühle. Ebenso war ein Getränkestand mit Weinen aus der Gegend um Bergerac, sowie anderen diversen Getränken vertreten.





Dieser gesellige Abend war einer von den wenigen Abenden die man zusammen mit der einheimischen Bevölkerung so richtig ungezwungen verbringen kann. Wir waren immerhin 8 bzw. 9 Tage auf diesem schönen Platz in Cazoules.
Hier waren wir doch schon richtig bekannt geworden. Man wird sich später gerne an den hilfsbereiten Bürgermeister in seinem blau-weiß karierten Hemd, der immer sehr freundlich grüßte, erinnern. Ebenso an die Dame von der Rezeption, die ganz nebenbei noch den Stand des Bäckers betrieb oder an den "Schwarzwaldschinken", den Vogelstimmen Imitator, der einst in Lahr stationiert war. Im Gedächtnis werden wir selbst die Senioren behalten, die sich jeden Mittag, so ab etwa zwei Uhr, auf ihren Klappstühlen im Schatten der Bäume am Dordogneufer zum geselligen Beisammensein trafen.


Der gemeinsame Urlaub war nun zu Ende. Die Dame von der Rezeption machte nun noch ein paar Aufnahmen von uns allen. Es war mit Sicherheit wiederum eine nahezu problemlose "Paddel-Tour de France". Die, wie ich glaube auf den Bildern sehen zu können, allen die dabei waren Freude bereitet hat.


Nun mal alle Beteiligten, ausnahmsweise mal von rechts nach links. Es sind dies Wolfgang, Sabine, Gertrud, Ute, Philipp, Claus-Peter, Nils, Thomas und dann noch der, der die ganze Zeit geglaubt hatte, dass er das Sagen hätte, Manfred.

In eigener Sache: Wir hatten unseren Frankreich-Aufenthalt für etwa 3-4 Wochen geplant. Leider wurde Gertrud, die wie immer uneigennützig Verstelldienste leistete, krank. Weitere Fahrten auf Dordogne, Vézère, Gartemp, Creuse und Anglin fielen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die Gesundheit geht einfach vor und wir haben gut daran getan, abzubrechen.

Text: Manfred Hofmann
Fotos: Claus-Peter Voelcker, Wolfgang Kail und M.Hofmann





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