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Paddler-Gilde Ludwigshafen 1933 e.V.

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26.10.2010

Tour de France - tierisch

Tour de France - tierisch
ein nicht ganz tierisch ernst zu nehmender Rückblick

Als Paddler durchquert man mit seinem Boot, meist in gemächlichem Tempo, die Landschaft. Oft, fernab der städtischen Zivilisation in ländlicher Gegend, durchfährt man die "Hinterhöfe" der Flussanwohner. Dass es dabei zu überraschenden Begegnungen führt ist nicht auszuschließen.
Begonnen haben wir unsere Tour auf dem Ognon.

Bereits bei der Zufahrt zu unserer gewählten Einsetzstelle in les Aynans, hatten wir das Vergnügen einer Kuhherde, die im gemächlichem Trott die Brücke überquerte, zu folgen. Als wollten die Kühe uns den richtigen Weg weisen, nutzten auch noch einige von ihnen die Einsatzstelle als Tränke und hinterließen dort als Markierungszeichen nicht nur ihre Hufspuren.

Hatten sich die Rindviehcher in les Aynans kaum für uns interessiert, ging es, schon nach wenigen Kilometern auf dem Fluss beim Umsetzen am Wehr in Longevelle ganz anders zur Sache. Entgegen der Empfehlung des Auslandführer´s Südfrankreich setzten wir linksseitig über die Weide um. Und plötzlich waren sie da. Hinter welchen Hecken sie auf uns "gelauert" hatten, ist bis heute nicht ganz klar. Sie interessierten sich auch kaum für uns, wie wir zunächst geglaubt hatten, sondern mehr für unsere Boote und deren Inhalt. Da sie nichts mehr fressbares fanden, ließen sie sich nach gutem Zureden, einigem Tätscheln und mit sanfter Gewalt von den Booten abdrängen. Für sie uninteressant geworden, ließen sie uns, weiterhin unbehelligt, unseres Weges ziehen.

Kurz oberhalb von Villersexel verursachte eine "Rotbunte" nochmals leichte Aufregung. Wollte die gar etwas von uns? Nein, das war nur mal die übliche angeborene Neugierde der Rinder. Und wenn schon im Wasser, dann kann man auch gleich mal saufen.


Der Rest der Herde blieb schön friedlich hinter dem Weidezaun an der Tränke, so dass sich auch unsere Jüngste, wenn auch mit etwas bangem Gefühl", zu dieser Aufnahme "hinreißen" ließ.

Am gleichen Tag hatten wir noch Gelegenheit das Mittelalter-Festival in Oricourt zu besuchen. Hier wurde uns, im wahrsten Sinne des Wortes bildlich, das Nutztier Kuh vorgeführt. Hier wurde von Hand gemolken und anschließend "gebuttert". Mit Butterfass und -modeln, mit allem Drum und Dran, hin bis zur Geschmacksprobe.

Unsere Route führte uns weiter zu den obligatorischen Schwänen der Cure, die unsere Vorbeifahrt mit etwas Vorsicht beobachten, sich ansonsten aber nicht durch uns stören ließen.

Nicht ganz so langsam und bedächtig wie diese schön gefärbte Weinbergschnecke, die uns in St. Pere über den Weg lief, gelangten wir nach Châtel-Sensoir unserer Einsetzstelle an der Yonne. Wie in ländlichen Gebieten so üblich, tauchte gleich hinter der nächsten Flussschleife, unterhalb der kleinen Stadt, eine Kuhherde auf, die ebenfalls ihre Neugierde nicht ganz verbergen konnte.(Sie werden wohl auch nicht all zu viele Paddler, trotz der wunderbaren Landschaft, hier sehen)


Kühe nicht nur am Fluss, sondern auch im Fluss. Unter einem Laubdach schützt sich dieses Tier vor der Julihitze. Es wäre nur noch zu klären welcher Spezies diese Kuh zuzuordnen wäre: Fluss- oder Seekuh? Logisch: Flusskuh - oder ???

Nicht nur die Kühe suchen sich vor der Sonne zu schützen. Ein kühles Plätzchen, von unten jedoch nicht zu kühl, hat sich dieser Stubentiger gesucht. Für ihn war diese Bank in der Abteikirche Saint Germain in Auxerre genau der richtige Platz. Ob es hier noch Kirchenmäuse gibt?

Nicht nur eitel Freude und Sonnenschein auf unserer Tour. Zwischendurch fast planmäßig, ein tüchtiger Gewitterschauer, der auf unserem Weg an die Loire in einen halbtägigen Landregen überging. Ordentlich durchnässt auch der Hahn mit seinem Gefolge auf der "Burgbaustelle" Guedelon

Da die Loire im "Weltkulturerbe Loiretal" schon ein breiter Fluss ist, hat man im Vorbeipaddeln nur die Möglichkeit Tiere aus der Distanz zu beobachten. Im Loirebecken, dem "Garten Frankreichs", wird halt mehr Gemüse angebaut und kaum Nutztierhaltung betrieben. Um trotzdem zu "tierischen" Aufnahmen zu kommen, muss man sich etwas in städtischen Anlagen und Schlossparks umsehen. Den Frosch findet man in Orleans, im Ortsteil St. Jean le Blanc.

bei dem Frosch steht auch ein Kranich, wie alles, in liebevoller gärtnerischer Kleinarbeit arrangiert

Etwas größer, etwa 3-4 Meter hoch, aus mehreren Eiben im Laufe vieler Jahre heraus modelliert, ist der Hase im Park von Chateau Chaumont.

Unsere "tierische Tour de France" ging in Chaumont offiziell zu Ende. Auf dem Rückweg legten wir noch eine kleine Pause in Verdun ein, von wo aus ich noch etwas auf der Meuse herum schipperte. Auch hier wiederum das gleiche Spiel. Neugieriges Rindvieh, wie fast überall. Das sind schon riesige Kerle aber absolut harmlos. Man muss halt nur, wie im richtigen Leben, wissen mit ihnen umzugehen.


Eins wurde mir jedoch nicht klar: wollten sie sich von mir und meinem Boot nur verabschieden oder wollten sie mich bedauern, weil ich nicht wie sie in der Gruppe, sondern ganz alleine unterwegs war?




Nicht ganz ernst zu nehmender Text und Fotos: Manfred Hofmann
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